Steffi: USA 2001

Freitag, "Tag 12 ": JX Ranch

Wieder ein "reitfreier Tag ", aber er war ziemlich ereignisreich. Denn eine Gruppe französischer Austausch-Studenten besuchte Crawfords und Chadrons Sehenswürdigkeiten. Mimi sollte als Dolmetscher mitfahren. Sie fragte, ob sie mich mitbringen darf. "Klar, kein Problem. ".

Wir wurden vormittags abgeholt, die Franzosen unterhielten sich mit Mimi und trotz "Null-französisch" konnte ich etliches verstehen.


Wir besuchten die Nebraska Badlands und es war echt cool, den ausgewiesenen "Wanderweg" abzulaufen. Teilweise war es eher Mountain Climbing. Wer mich kennt der weiß, wie "gern" ich wandere, aber die Tour hat echt Spaß gemacht. Besonders die Suche nach der nächsten Wegmarkierung und die Diskussion, wie man denn da nun hin kommt.

Mittags waren wir zum Indian Taco Essen in einer kleinen Westernstadt, vom Inhaber liebevoll wieder aufgebaut. Von Schmiede über Post Office, Livery Stable bis zum Store und Saloon war alles vorhanden. Und auch ein Bunk House mit super eingerichteten Gästezimmern.



Im Korral drehte ein Büffel seine Runden. Der Zaun, nur eine Planke, sah mir nicht sehr vertrauenerweckend aus. Und der Büffel schien nicht gut gelaunt zu sein. Zum Glück schien ihn unser Geschwatze und das Fotografieren nicht noch weiter zu reizen.

Weiter gings zur Sales Barn. Wir platzten mitten in eine Auktion und wurden gewarnt, nicht unmotiviert an der Nase zu kratzen oder am Ohr zu zupfen. Kann sein wir sind danach Besitzer von einer Kuh oder einer ganzen Herde :-). Ich suchte mir einen Platz und der Cowboy hinter mir tippte mir auf die Schulter. "You are fromGermany, aren't you? " Er hatte mich auf einem der Brandings gesehen. Witzig, jemanden zu treffen, der einen kennt.

Es war irre, wie schnell bei der Auktion geredet wurde, wie schnell die Rinder "unter den Hammer kamen ". Eine kleine Unterbrechung gab's... unsere Gruppe wurde vom Autionator höchstpersönlich begrüßt.

Dann drängelte der Chef der Franzosen schon wieder zur Weiterfahrt. Es stand noch einiges auf dem Programm. Wir fuhren nach Fort Robinson. Das ist das Fort, wo der Dakota-Häuptling Tashunka Witko, vielleicht besser bekannt als "Crazy Horse" ermordet wurde.

Eine Postkutsche stand da, zwei riesige Kaltblutschimmel angeschirrt. Ooops, das war für UNS! Wir paßten nicht allein die Kutsche, also wurden zuerst die Studenten losgeschickt.

Skinny, der Kutscher, ließ die Schimmel gemütlich im Schritt gehen. Er kurvte mit den Franzosen mang den großen Stallungen und Ausläufen rum.
Inzwischen tauchte der Chef auf, warf einen kritischen Blick auf die Sache und rief Skinny zu, er solle noch eine Runde um den Pool drehen. Aber im TRAB!

Die Schimmel zottelten nun etwas schneller los, waren aber nach kurzer Zeit wieder im Schritt und der Chef war "auf 180 ". Er sockte im Pickup hinter der Kutsche her, ließ Skinny stoppen. Ein paar Minuten später brachte Skinny den Pickup zu uns zurück und der Chef höchstpersönlich machte den Schimmeln Dampf und nun ging die Post ab.

Dann wurden der Chef der Studenten, der Fahrer, Mimi und ich in die Postkutsche verstaut und der Chef kurvte mit uns übers Gelände. Hat Spaß gemacht, teilweise war's wie Rodeo, in der Kutsche. Und dabei sind die Pferde nur getrabt. Wie sich das Ganze im Galopp anfühlt will ich garnicht wissen :-).

Dann wurden wir alle in einen Van des Forts verladen und Skinny fuhr uns mitten durch eine Büffelherde. Die kleinen Kälber waren echt niedlich, aber die Blicke der Mamas luden nicht grad dazu ein, den Van zu verlassen. Maximal kurz die Tür aufmachen für eine kleine Foto-Session war drin. Alles andere wäre zu gefährlich geworden.



Dann fuhr uns Skinny noch durch die Herde der Texas Longhorns. Super tolle bunte Rinder! Und die Kälbchen!!! Ich glaube, jeder Appaloosa-Züchter wäre von diesen tollen Farben, von diesern Zeichnungen begeistert.

Eigentlich wollten wir noch ins Museum, aber das hatte "zum Glück" geschlossen. Die Franzosen waren inzwischen etwas "platt ". Sie wurden ja schon seit 2 Wochen von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten Sehenswürdigkeit, von einem Museum zum nächsten Museum geschleift. Also trat "Plan B" in Kraft. Unser Fahrer, der die Gruppe im Auftrag einer Geschäftsleute-Vereinigung fuhr, rief im Restaurant an, ob wir etwas früher kommen können. Kein Problem, obwohl das Restaurant eigentlich noch geschlossen hatte.
So fuhren wir wieder nach Crawford und dockten erst mal auf ein Bier an. Inzwischen trudelte auch Tom ein und dann gab es ein tolles Dinner. Mehr als ausreichend, also nahmen wir für unsere Hunde eine gut gefüllte "Doggy Bag " mit nach Hause. Flicka, Brucie und Jenny waren dann auch total begeistert von unserem Mitbringsel.







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